Historisches

Schwadernau ist eine politische Gemeinde im Kanton Bern, Verwaltungskreis Biel. Das Dorf liegt im Berner Seeland, zwischen dem Lauf der alten Aare und dem Nidau-Büren-Kanal, ungefähr auf halber Strecke zwischen Biel/Bienne und Büren an der Aare. Vom 15. bis ins 19. Jahrhundert wurde die damals arme Bauerngemeinde regelmässig von schweren Überschwemmungen heimgesucht. Unter der Leitung von Johann Rudolf Schneider (1804–1880) aus Meienried wurde von 1868 bis 1878 im Zuge der ersten Juragewässerkorrektion der Nidau-Büren-Kanal erbaut, der weitere Überschwemmungen verhinderte. Den kargen Jahren folgte damit ein Aufschwung.

Einwohnerzahlen:

  • 1764    145 Einwohner
  • 1850    248   „
  • 1900    410   „
  • 1950    365   „
  • 2000    669   „

Zahlreiche Objekte vom Spätpaläolithikum über die Bronzezeit bis zum Mittelalter traten im alten Zihlbett zutage. Zudem fand man ein vermutlich römisches Depot von Eisenmasseln sowie entweder römische Mauerreste oder eine mitteralterliche Motte im Räb- und Scheurenhubel.

Die Grund- und Gerichtsherrschaft Schwadernaus gehörte den Grafen von Neuenburg-Nidau. 1281 übergaben diese vermutlich etwa die Hälfte des Besitzes dem Bischof von Basel. Weiterer Grundbesitz der bischöflichen Vasallen von Erlach, Ifenthal und Ilfingen fiel an das Kloster Gottstatt. Die Erben des Grafen, welcher 1375 starb, zerstritten sich in der Folge mit dem Bischof. Im Streit um das Nidauer Erbe, kam es schliesslich zu der Schlacht von Schwadernau bei welcher 1376 die Grafen von Kyburg und Thierstein das Bistum von Basel besiegten. Schwadernau und Nidau wurden darauf „kyburgisch“.

1398 kam Schwadernau mit dem Inselgau an Bern und bildete mit Studen das Schwadernauviertel in der Landvogtei Nidau und gehört seit dem zum Kanton Bern. Schwadernau gehört zur Kirchgemeinde Bürglen. Die Ableitung der Aare in den Bielersee und der Nidau-Büren-Kanal (1868-75) befreiten die Ebene zwischen Zihl und Aare von periodischen Überschwemmungen und erübrigte die Flusswehr. Es erfolgte eine Grenzbereinigung mit Orpund sowie in den 1970er Jahren eine Güterzusammenlegung.

2005 stellte die vom Gemüsebau dominierte Landwirtschaft 24% der Arbeitsplätze in S

Dorfnamen

Die Schreibweise von Schwadernau hat sich mit der Zeit mehrmals verändert und wurde urkundlich wie folgt festgehalten:

  • 1269 Swadernowa
  • 1270 Swadernowe
  • 1280 Swadernouve

Das Wappen von Schwadernau

Das Wappen der Gemeinde Schwadernau zeigt zwei gekreuzte Turnierlanzen. Grund dazu ist ein „ritterliches Fechten“, welches sich gemäss Chronik hier im Jahre 1376 zugetragen haben soll. Es ist möglich, dass es sich bei diesem „Fechten“ um die Auseinandersetzung der Erben des Grafen von Nidau mit dem Bischoff von Basel gehandelt hat.

Wappen Schwadernau

„Gnägiwil“

Als der in Schwadernau geborene und heimatberechtigte Rudolf Gnägi (3. August 1917-20. April 1985) am 8. Dezember 1965 zum Bundesrat gewählt wurde, führte dies dazu, dass unser Dorf in der ganzen Schweiz bekannt wurde. Noch heute wird unser Dorf manchmal „Gnägiwil“ genannt.